30.06.2012

Vortragsabend bei “Essen tut gut”

„Essen tut gut!” – zwischen Ruhrgebietsfotografien fanden sich am 21.06.2012 etwa 100 Gäste im Quadrat in Essen ein, um sich erneut auszutauschen. Hatte Stefan Wiesenberg, Sprecher der Ehrenamtsagentur, bei der Auftaktveranstaltung am 25.04.2012 noch betont, dass gesellschaftliches Engagement immer wichtiger wird, sollte an diesem Abend ein positives Beispiel dafür folgen.

Das Thema des Abends war „Würdevolles Sterben in Essen“, zu dem die Leiterin des Zentrums für Palliativmedizin der Kliniken Essen-Mitte Frau Dr. Marianne Kloke eingeladen wurde. In einem Gespräch mit Thomas Hüser erläuterte sie ihre Arbeit und die Bedeutung der Palliativmedizin, die sich dem Menschen als Ganzes verschrieben hat.

Im Mittelpunkt stehen Patienten, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben und eine umfassende Fürsorge benötigen. Spirituelle und soziale Bedürfnisse und Wünsche, Seelsorge, das Ziehen einer Lebensbilanz sind Dinge, die über eine rein körperliche Behandlung hinausgehen, aber deren Berücksichtigung genauso wie eine Schmerztherapie elementar zu einer Leidenslinderung und damit einer höheren Lebensqualität beitragen. „Immer wenn es um Leidenslinderung geht, sind wir gefragt“, so die Medizinerin, die sich ihrer menschlichen und moralischen Verantwortung bewusst ist: „Der, der unsere Hilfe braucht, mit dem gehen wir einen Vertrag ein.“ Auf eine sehr eindringliche Art und Weise gab Frau Dr. Kloke einen Einblick, mit welchen Problemen Betroffene, Angehörige und Mediziner sich oftmals konfrontiert sehen. So kann die Abhängigkeit von einem Rollator etwa schon zu schwer überwindbaren Hürden führen. Dies zu veranschaulichen, war ihr besonders wichtig: „Leider haben wir keine Stühle, sonst würde ich Sie üben lassen.“ Thomas Hüser brachte in seinen abschließenden Worten auf den Punkt, was jedem der Anwesenden deutlich wurde: Wir können selbst in solche Situationen geraten und es muss Menschen geben wie Dr. Marianne Kloke.

Als erste Referentin der Veranstaltungsreihe hat Frau Dr. Kloke eindrucksvoll und sensibel eine Thematik dargestellt, die von Nichtbetroffenen oftmals gar nicht wahrgenommen wird und auch in der Öffentlichkeit immer noch ein Tabu ist.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.

Auszug aus der Pressemitteilung der freddy fischer stiftung

Weitere Artikel